Instrumentaler Unterricht (IGru)

Das Angebot des „Instrumentalen Grundschulunterrichtes“ (IGru) ist landesweit ein einmaliges Gemeinschaftsprojekt der Städtischen Sing- und Musikschule Weil am Rhein und der Rheinschule.
Lehrer*innen der Musikschule kommen in die Rheinschule und bilden die Schüler*innen an folgenden Instrumenten aus: Violine, Querflöte, Gitarre, Klarinette, Trompete, Keyboard.

Der instrumentale Grundschulunterricht (IGru) verfolgt das Ziel, Kindern das Verständnis für künstlerische Phänomene nahezubringen, zu fördern und die Grundlagen künstlerischer Techniken zu vermitteln. Dieser Entwicklungsprozess sollte bereits im Grundschulalter erfolgen, denn laut moderner Hirnforschung werden entscheidende Grundlagen für die Strukturierung des Gehirns bereits zwischen dem vierten und achten Lebensjahr gelegt. In dieser „bildungssensiblen“ Phase werden die besten pädagogischen Wirkungen erzielt (was dort versäumt wird, kann später nicht mehr nachgeholt werden).

Das Konzept „Instrumentaler Grundschulunterricht“ wurde an der Musikschule Weil am Rhein in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Freiburg i. B. entwickelt.

Ein Musikinstrument zu spielen, ist eine der komplexesten menschlichen Tätigkeiten. Viele anerkannte wissenschaftliche Studien kommen zur einstimmigen Erkenntnis, dass aktive musikalische Betätigung das gesamte menschliche Leistungspotential des Musizierenden herausfordert: Wenn Kinder aktiv musizieren, werden ihre kognitiven, motorischen, kreativen und sozialen Fähigkeiten deutlich positiv beeinflusst. Schon jetzt kommt es darauf an, den Kindern elementare Spieltechniken zu vermitteln, ebenso die Grundlagen des Zusammenmusizierens und das nötige Hintergrundwissen zur Erarbeitung von Rhythmen und Notentexten.

Um die Schüler*innen schon im Grundschulalter ganzheitlich zu bilden, werden im Instrumentalen Grundschulunterricht alle Bestandteile der Musik und alle Arten des Umgangs mit ihr praktiziert:

  • Das Hören wird geschult.
  • In der Interaktion mit der musizierenden Lehrkraft erfahren die Schülerinnen die Bewegtheit, den emotionalen Gehalt und die rhythmische Energie der Musik.
  • Bei der Erzeugung von Klängen werden physikalische Gegebenheiten entdeckt. (Schwingungen von Saiten, der Luft, usw.)
  • In einem Rhythmus werden mathematische Proportionen erkannt.
  • In der Musik wird gesungen, improvisiert, selber komponiert und gedanklich reflektiert.
  • Bildungsziele werden verwirklicht.

Was den instrumentalen Grundschulunterricht (lGrU) allgemein kennzeichnet:

  • Es handelt sich um einen professionellen Fachunterricht, erteilt durch kompetente Musikschullehrkräfte.
  • Der Unterricht orientiert sich am Bildungsauftrag der Grundschule.
  • Die Anforderungen an die Schüler*innen werden an deren Entwicklungsstand angepasst.
  • Die Lernwege werden differenziert, jeder erhält an seine Fähigkeiten angemessene Aufgaben.
  • Die Fähigkeiten zum gemeinsamen Dialog und zur Reflexion des Lernens (warum kann ich das?) werden gefördert.

1. Schuljahr – das Einführungsjahr

  • Alle Schülerinnen nehmen teil.
  • Der Unterricht findet im halbjährlichen Wechsel auf Blockflöten und Monochorden statt.

2. Schuljahr – Einstieg mit dem „Instrumenten-Karussell“:

  • Sechs Instrumente werden vorgestellt, danach entscheiden die Lehrkräfte der Musikschule, welches Instrument von welchem Kind gelernt werden kann.
  • Im Anschluss an das Instrumenten-Karussell wird Instrumentalunterricht in Großgruppen erteilt. Den Kindern gefällt es, in der Großgruppe zu lernen – sie brauchen Sozialpartner!

3. und 4. Schuljahr

  • Jedes Instrument wird in Großgruppen unterrichtet.
  • Kinder, die kein Instrument erlernen, werden von einer Lehrkraft der Rheinschule betreut.

Nach Beendigung der Grundschulzeit können die Schülerinnen ihren Unterricht in der Musikschule fortsetzen.

Neben dem Erlernen eines Instrumentes verfolgen wir noch weiter reichende Ziele:

  • Die Förderung der Feinmotorik. Dies hat viele Auswirkungen: Der Zusammenhang von feinmotorischen Fähigkeiten mit der Rechtschreibleistung wurde bereits wissenschaftlich nachgewiesen.
  • Die Förderung der Ausdauer während eines Lernprozesses.
  • Förderung der sozialen Verantwortung: Wer nicht übt, verdirbt den Klang der ganzen Gruppe.
  • Gemeinsame Erfolgserlebnisse motivieren auch zu allgemeiner schulischer Leistungsbereitschaft.